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ZUSAMMENFASSUNG
Dr. Rainer K. Liedtke befasst sich seit über 30 Jahren mit der Theorie und Praxis medizinischer Innovation. Eigene neue Konzepte, Befunde oder Entwicklungen umfassen Bereiche wie Schmerz, Stress, Zelldegeneration: u.a. lokale Schmerztherapien, die transdermale Schwangerschafts-Verhütung, antidepressive Effekte des Hormons Oxytocin, neue Wirkmechanismen von Schmerzmitteln, Betablocker-Pflaster bei Bluthochdruck, spritzenfreie Insulin-Anwendungen, ein bioinformatisches Entwicklungssystem, neue Technologien für intranasale Drug Delivery Systeme. Hierüber erreichte er die Position als der führende Experte für innovative Pharma-Technologien und "Pharma-Design". Einige Konzepte und Projekte finden sich verkürzt unter Fallbeschreibungen.
Akademische und industrielle Erfahrung: Mehrere Jahre Krankenhausarzt, Tätigkeit als Universitäts-Lehrbeauftragter für Pharmakologie, klinische Arzneimittelforschung, Forschungsdirektor, CEO, Firmengründer (u.a. EpiCept Corp.). Kooperationen: u.a. mit den Universitäten Bonn, Erlangen, Frankfurt, Münster, Regensburg, Wien und Graz, Zürich und Basel, Edinburgh (UK) sowie Fraunhofer Gesellschaft und Max-Planck-Institut. Wissenschaftlicher Autor: Fachbücher, Publikationen und Patente. Promotion in Medzin (Universität Bonn; Institut für physiologische Chemie): Biochemisch-experimentelle Untersuchungen zu DNA und RNA. Initiale Forschung: Molekulare Medizin; u.a. DFG-Projekt (Deutsche Forschungsgemeinschaft). Derzeitige Forschung: Ein integriertes molekulares Modell zum Phänomen Schmerz; Biochemische Mechanismen von Analgetika. Schriftsteller: Essays und Bücher zu gesellschaftlichen Themen meist mit Einbezug biologischer Aspekte (Publikationen).
 
FALLBESCHREIBUNGEN ZU THEORIEN, KONZEPTEN UND PROJEKTEN
Theoretische Arbeiten zu Grundlagen von Schmerz und Stress
pain
Die bisherigen Konzepte Schmerz nur als einen primär unidirektionalen Warnmechanismus für spezifische Schäden (Noxen) anzusehen erscheinen medizinisch nicht hindreichend um das biologische Grundkonzept dieses ubiquitären und tiefgreifenden Phänomens zu erklären. Eine neue allgemeine Theorie zum Schmerz beschreibt diesen nun als einen biophysikalisch einheitlichen und integrierten Mechanismus. ("A general theory on pain as an integrated thermodynamic mechanism"). Sie fasst dabei Schmerz als relativistischen Vorgang auf, der in geschädigten Zellen bei gestörter Bilanz des energetischen Zellwirkungsgrades auftritt (Poster). Dies macht zudem einige Wirkungen und unerwünschte Nebeneffekte peripher wirkender Analgetika besser verständlich (A model on the induction of adverse vascular long-term effects of NSAIDs.) Hierbei lässt sich eine implizit funktionelle Beziehung zum Defizit der zellulären Energiebilanz als P = f(-deltaQo) summieren. Operativ resultiert die Schmerzentstehung dabei über einen Mechanismus, bei dem die intrazelluläre biochemische Störung über ein extrazellulär zwischengeschaltetes Ionenprodukt in eine Übererregbarkeit terminaler Nervenfasern transformiert wird (Poster). Insgesamt zeigt der Mechanismus die Charakteristik eines "Pain Cycle" mit reparativer Komponente. Diese Konzeption als regeltechnisches closed-loop wurde auch erstmals formuliert. Eine hierzu weiter spezifizierte Theorie analysiert die Mechanismen bei dem klinisch bedeutsamen neuropathischen Schmerz, hier insbesondere die Möglichkeit elektrophysiologischer Selbsterregung von Nerven bei Vorliegen der energetisch-metabolischen Störung in der Nervenzelle selbst (A special theory on the origin of neuropathic pain).
Mechanismen bei NSAID Analgetika, Arteriosklerose,
Koronare Herzkrankheit, Hypertonie
Die derzeit am häufigsten eingesetzten Analgetika, sind die nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAIDs). Es sind zwar effektive Schmerzmittel, sie erzeugen aber auch eine hohe Zahl unerwünschter Wirkungen, insbesondere im Magen-Darm Bereich (Blutungen, Ulcus, Übelkeit), wie u.a. von Acetylsalicylsäure (Aspirin) bekannt. Längerfristig können sie zudem auch andere Organe schädigen (Leber, Niere, Zentralnervensystem, Knochenmark).
In Kontext mit Ergebnissen neuerer klinischer Langzeitstudien erscheinen diese unerwünschten Wirkungen aber nun in einem neuen Licht der Risiko-Bewertung. So zeigten diese Studien, dass Therapien mit NSAIDs auch ein deutlich erhöhtes Langzeit-Risiko im Herz-Kreislauf beinhalten. Sowohl so genannte selektive COX-2 Inhibitoren (u.a. Rofecoxib) wie auch nichtselektive NSAIDs (u.a. Diclofenac) erhöhten die Mortalität, inbesondere bei Patienten mit schon früherem Myocardinfarkt und Schlaganfall. Weiterhin ist es in diesem Rahmen unklar ob, oder wie weit, spezifischen NSAIDs (Naproxen, Aspirin) noch die besondere Eigenschaft einer vaskulären "Schutzwirkung" zugeschrieben werden kann. Hieran scheinen Zweifel berechtigt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien schliessen, in deutlichem Kontrast zu solcher Annahme, u.a. auch auf ein erhöhtes Risiko zu Schlaganfällen im Zusammenhang mit Aspirin. Solch ein Risiko scheint dabei insbesondere der Fall bei Menschen mit niedrigem Herz-Kreislauf Risiko.
Die Ursachen und Zusammenhänge von NSAIDs zu Herz-Kreislauf Risiken sind noch weitgehend unklar. Basierend auf einem hierzu mit enhanced Entity Relationship Modeling (eERM) via BMA/3.1 neu erstellten biochemischen Modell scheint das Langzeitrisiko auf einer durch NSAIDs bewirkten Dysbalance im zellulären Energiestoffwechsel zu beruhen, nicht im Zusammenhang mit COX. Dies wurde auch in einer weiteren Arbeit zusammengefasst, die den Wirkungsmechanismus von Aspirin in einen intrinsischen und extrinsischen (relationalen) abgrenzt ("A new model on the mechanism of action of Aspirin: Ca2+ Efflux inhibitor"). Danach führt der intrinsische Mechanismus der NSAID zu einer relativen Änderung der Effektivität bestimmter Ionen-Kanäle. Demgegenüber ist die Ausprägung der Hemmung der COX Enzyme ein sekundärer (extrinsischer) Effekt der von der Affinität der NSAID zu den COX Isomeren abhängt. Folglich zeigen chemisch unterschiedliche NSAIDs auch wirkungs-akzentuierend unterschiedliche Aktionen. Ein vaskulärer Schadmechanismus umfasst prinzpiell alle NSAIDs, wenn auch in differierendem Ausmass.
Nach dem eERM Modell können NSAID Effekte, nach einer klinisch zunächst noch längeren Latenzphase, in arteriell intramurale Calzifizierungen münden, die Auslösung von Hypertonie, Infarkt oder Schlaganfall begünstigen oder herbeiführen (Arterial Vascular Effects of Non-steroidal Antiphlogistic Drugs - A Biochemical Model on an Intramural Induction of Arteriosclerosis). Ergänzend soll aufgeführt werden, daß sich degenerativ-calcifizierende Gefässeffekte durch NSAIDs auch in experimentellen Modellen finden liessen. Über dies eERM Modell liess sich auch ein metabolischer Zellmechanismus ableiten, der eine Induktion früher Arteriosklerose und Hypertonie (Induction of an Early Hypertension by Media Calcification) darlegt: Ein lawinenartig ablaufender Replikationsprozess (chemical self- assembly), der sich als sklerosierende Gefässmineralisation auswirkt (Poster). Der metastatische Charakter dieser Calcifizierung zeigt signifikante Analogie mit den gehäuften cardiovasculären Komplikationen bei chronischen Niererkrankungen, insbesondere deren erhöhten Mortalitätsraten in Folge einer Verkalkung der Koronararterien (Coronary artery disease in renal dysfunction - a model of a progressive calcification by a mechanism of chemical self-assembly)
Basierend auf den eERM Modellbefunden korrelieren zumindest die Induktion und Frühphase einer Arteriosklerose und Hypertonie nicht mit den Lipidprofilen (Poster). Diese Befunde eröffnen ein erweitertes Verständnis zu einigen metabolischen Ursachen der Frühphasen von Arteriosklerose und Hypertonie sowie zu Mechanismen der Metastasierung von Calcifizierungen. Diese Prozesse stehen zudem auch in Beziehung zum so-genannten metabolischen Syndrom. Weiterhin eröffnen die Befunde neue Routen therapeutischer Interventionen bei cardiovaskulären Risiken. Zusätzlich weist der antiproliferative Mechanismus ('vascular disrupting effect') der NSAID, aber auch auf Möglichkeiten ihrer therapeutischen Anwendung bei bestimmten Krebsformen.
 
Peripher topische Schmerztherapie
Eine topische (lokale) Schmerztherapie ist eine Behandlungsform, die im Vergleich zu systemischen Anwendungen von u.a. NSAIDs, Muskelrelaxantien oder Opoiden eine Reduzierung unerwünschter Wirkungen mit sich bringt.

Das neue Konzept topisch neuronaler Schmerztherapie über periphere Nociceptoren (C-, A-delta Fasern) interferiert in deren neuronal interaktive Information zum Zentralnervensystem (ZNS). Natriumkanal Blocker (SCB) aus der Klasse der Lokalanästhetika (LA) fungieren in ihrem pharmakologischen Mechanismus wie eine Art peripherer „neuronaler firewall", indem sie die Signal-Transmission zum ZNS modulieren.
Auf Basis der anatomisch-funktionalen Gegebenheiten der Nociceptoren wurde das Konzept für SCB-LA dann in eine topisch nichtinvasive Applikation (Hautpflaster) transformiert. Hierüber lassen sich diese Stoffe dosismässig differenziert als neurale Analgetika einsetzen und können "Analgesie ohne Anästhesie" erzeugen.Hierzu wurde bis 1995 dann ein völlig neuartiges Schmerz-Pflaster mit dem Wirkstoff Lidocain entwickelt. Es enthält in der Trägermatrix für den Wirkstoff natürliche Lipide mit speziellen Eigenschaften. Diese verbessern den Transport auch chemisch problematischer Wirkstoffe durch die Haut. Für das neue System wurde zudem eine spezifische GMP Massenproduktion entwickelt. Historisch gesehen, erschien das erste Schmerz-Pflaster dieser Art dann mit dem Lokalanästhetikum Lidocain in den USA unter dem Namen LidoPain.
Die Machbarkeit dieses Konzeptes ist durch klinische Studien zu u.a. Rückenschmerz (LidoPain®BP, EpiCept) und postherpetischen Schmerz (Lidoderm®; Endo Pharmaceuticals, Versatis® Grünenthal) positiv bestätigt. Neuere Studien, die auf der gleichen Entwicklung basieren, setzen das LA Bupivacain ein (Transdur®; Bupivacaine, Durect Corp.).
Ein von diesem Schmerzkonzept abgeleitetes weiteres Produkt wurde dann für post-operativen Schmerz entwickelt. Dieser bewirkt für Patienten erhebliche psychische Probleme. Da sich Patienten mit Trauma-Schmerz aber auch weniger bewegen, finden sich hier oft klinische Folgen, z.B. Druckstellen, lokale Minderdurchblutung, Infarkte, Thrombosen, Infektionen. Für die unmittelbare post-operative Phase ermöglicht die Injektion von Lokalanästhetika eine wirksame Schmerzminderung. Durch die kürzere Wirkdauer muß dies aber häufiger wiederholt und noch durch andere Schmerzmittel ergänzt werden. Allgmeiens Ziel war daher den Patienten nach der Operation eine mehrtägige schmerzfreie Phase zu schaffen und die Gabe zusätzlicher Schmerzmittel zu senken.
Aus diesen prinzipiellen Vorgaben wurde dann das neue technische Konzept lokaler “in-situ” Mikrosysteme entwickelt. In ersten Phasen wurde technisch bestimmt, ob und wie es die zahlreichen biologischen und pharmazeutischen Erfordernisse erfüllt. Hierauf folgte dann eine wissenschaftliche Phase zur Ermittlung weiterer spezifischer Aspekte bei lokal zellulären Schmerz-Prozessen. Das Projekt erreichte nun die Phase technischer Optimierung für die klinische Anwendung.
Durch erweiterte Erkenntnisse zu den Gewebe-Abläufen bei peripherem Schmerz wird zudem ein Konzept intensivierter Schmerz-Therapie untersucht. Es verfolgt innerhalb der Gesamtkaskade des peripheren Schmerzmechanismus ein pharmakologisch umfassenderes Wirkspektrum, das dabei stärker entzündliche Schmerzkomponenten einbezieht (Pharmacological Concept for a Topical Synergistic Analgesia of Peripheral Neuromuscular Pain).
Zentrale chemosensorische Schmerztherapie
Antidepressiva werden auch als zentral wirkende Analgetika genutzt. Die systemische Therapie mit diesen Psychopharmaka benötigt jedoch bis zum Eintritt therapeutischer Wirkung meist Tage bis Wochen.

Ein hierzu alternatives Konzept basiert auf einem direkten neuronalen Wirkprinzip, so genannter „central neuroreceptor transduction". Ziel ist es durch im Zentralnervensystem (ZNS) induzierte neuronale Signale eine rascher wirksame wie auch selektivere Therapie zu ermöglichen. Es nutzt die Existenz präformierter chemosensorischer Rezeptoren, deren Erregung ein direktes anterogrades signalisieren zum hyopthalamischen und limbischen ZNS ermöglicht. Die Eingangsfunktion dieser Signale sind die olfaktorischen Chemorezeptoren. (Principles of topical chemosensory receptor intervention).
Auf Basis eines hierzu vorab erstellten neurohormonal interaktiven Modells (A Neurophysiologic Model of the Circuitry of Oxytocin in Arousal, Female Distress and Depression) sowie hieraus abgleiteten Voraussagen (u.a. via BMA/3), wurde zunächst der Neuromodulator Oxytocin (OXT) eingesetzt und in einem validierten psychopathologischen Tiermodell (I. Neumann, Universität Regensburg, R. Landgraf, Universität München) überprüft. Dabei erzeugte OXT, über die chemosensorische Route, bereits kurz nach Verabreichung, deutliche antidepressive und anxiolytische Effekte (Intranasally applied Oxytocin: Brain uptake and effects on neuronal functions and emotionality).
Dies bestätigte somit die BMA/3 Modellvorhersage. Es belegte weiterhin pharmakologische Eigenschaften, die in der konventionellen medizinischen Anwendung für OXT vorher noch nicht nachgewiesen wurden. Dies erfordert somit auch eine Neubestimmung zur pharmakologischen und physiologischen Rolle von OXT. Es wird angenommen, dass sich diese Befunde, sowohl für die zentrale Schmerztherapie als auch die Therapie der Depression, noch von praktischer Relevanz erweisen.
 
ENTWICKLUNGEN AUSSERHALB VON SCHMERZ-THERAPIEN
Transdermale hormonale Kontrazeption
Wie schon von der transdermalen Hormonsubstitution bei postmenopausalen Beschwerden bekannt, ermöglicht diese Route eine Senkung systemischer Hormonbelastung über partielle Umgehung des hepatischen First-pass-Effekt.
Daher wurde von R. K. Liedtke bereits 1989 hierzu auch das Konzept für eine transdermale hormonelle Kontrazeption erstellt. Ein diesbezüglich erstmaliger, wie auch erfolgreicher praktisch-klinischer Beleg konnte dann bei gesunden jungen Frauen erbracht werden (zusammen mit L. Wildt et al., Universität Erlangen). Technisch erfolgte es über Transdermalpflaster mit den natürlichen antagonistischen Sexualsteroiden Estradiol-17ß und Progesteron.
Die kontrazeptiven Effekte wurden hierbei mittels engmaschiger Messung zahlreicher hormoneller Parameter sowie täglichen Ultraschallmessungen der Follikel nachgewiesen. Mit einem hierzu prinzipiell ähnlichen Produkt startete Firma Johnson & Johnson, im Jahre 2002, als erstes transdermales Kontrazeptivum im USA Markt (Evra®, www.orthoevra.com). Deren klinische Daten bestätigen, dass Kontrazeptions-Pflaster so effektiv sind wie orale Kontrazeption ("Pille”).
Transdermale Beta-Blockade: Stress-induzierter Bluthochdruck und Koronare Herzkrankheit
Auf Basis einer therapeutischen Risiko-Bestimmung (BMA/3) erschien die übliche orale Dosierung von Betablockern zur Behandlung von Stress-induzierten Herz-Kreislauf-Störungen zu hoch.
Daher wurde das Potenzial einer Niedrigdosierung über alternative Route (als "Betablocker Borderline Therapy") untersucht. Hieraus resultierte erstmalig eine transdermale Betablockertherapie, wobei Mepindolol als Leitsubstanz eingesetzt wurde. Die Serumkonzentrationen dieses Betablockers blieben dabei so gering, dass Blutdruck und Herzfrequenz unter Ruhebedingungen weitgehend unverändert waren, aber Überreaktionen auf mentale oder auch körperliche Stimulationen effektiv kontrolliert wurden.
Das Betablocker-Pflaster zeigte dann in verschiedenen klinischen Studien gute und anhaltende Effektivität bei Patienten mit arterieller Hypertonie (H. Vetter, W. Vetter et al, Universitäten Zürich, Münster, Bonn) und bei Koronareh Herzkrankheit (J. Bonelli et al., Universität Wien) (Publikationen). Bei sowohl manifesten Angina pectoris Attacken wie auch sogenannten stillen koronaren Ischämien wirkte es sogar signifikant effektiver als transdermale Nitrate. Projekte verschiedener Pharmafirmen mit anderen Betablockern bestätigten die Wirkungen.
Transdermale "Insulin Pumpe”
Insulin Injektionen sind die Standardtherapie für Diabetes Typ 1 („juveniler Diabetes"), sowie für Typ 2 Diabetiker („Erwachsenen-Diabetes"), die nicht zufriedenstellend auf orale Antidiabetika reagieren. Bei den retardierten Injektionen besteht aber Bedarf nach besser kontrollierten Insulin-Profilen, um die Wirkung und Sicherheit zu verbessern. Als alternative Lösungen zu Retard-Injektionen wurden hierzu bereits in der Vergangenheit auch schon Therapien mit Transdermalpflastern (R.K. Liedtke, M. Sorger, F. Merk, H. Vetter, Transdermal application of insulin in type 2 diabetics: Arzneim. Forsch./Drug Res. 40(II), 884-886, (1990) eingestzt. Ebenso wurden auch neue orale Insulin-Formulierungen untersucht (R. K. Liedtke, K. Suwelack, K. Karzel; Effect of oral and transdermal insulin preparations on the blood glucose in mice: Arzneim. Forsch./Drug Res. 40(11), 880-883, (1990). Obgleich über beides signifikante Effekte ausgelöst wurden, konnte hiermit aber das therapeutische Hauptziel, individuelle Kontrolle der Insulin-Profile, noch nicht ausreichend erreicht werden.
Daher wurde, basierend auf einem physikalischen und mathematischen Modell der Effekte transdermaler Thermodynamik auf Hautdepots (BMA/3), ein neues Projekt begonnen. Der neue technische Ansatz verwendet Hautpflaster, die, transdermal und mittels eines implementierten "intelligenten” Microcontrollers, eine profilierte Freisetzung des Insulin aus dessen subkutanen Depots erreichen soll. Dies ist technisch noch in früher Phase, könnte aber möglicherweise in der Zukunft den Diabetikern eine physiologischere Insulin-Therapie ermöglichen.
 
DEVELOPMENT TOOL BMA/3.1 – EIN KURZKOMMENTAR
Das neue Informationssystem BMA/3.1 nutzt neurobiologische Prinzipien. Es wurde erstellt, da die derzeitigen Evaluationsverfahren, u.a. bei Arzneistoffen, in ihren Projektionen unzureichend scheinen. Vermutlich ist dies auch die Ursache für die Marktrücknahme vieler Arzneimittel in Folge unerkannter Sicherheitsrisiken. BMA/3 arbeitet mit komplexen Modelle, u.a. enhanced Entity Relationship Modeling (eERM) sowie kybernetischen Prozessen. Dies ermöglich ein verbessertes Verständnis für die Grundprozesse. Zudem implementiert BMA/3 Informations-Stragien aus der Physiologie des menschliche Gehirns. Zwischen Analyse- und Bewertungs-Abläufen technischer Systeme und Informationsvorgängen im menschlichen Gehirn bestehen jedoch erhebliche Unterschiede. Eine technisch-algorithmische Umsetzung von "Gehirn-Strategien" erfordert daher auch eine andere Logik. Dementsprechend verwendet BMA/3 eine neue Sprache (FNS). In Summe kann BMA/3 hieraus gegenüber anderen Suchsystemen aus Daten Pools vermehrt relevante Information extrahieren.
 
PUBLIKATIONEN
Bücher
Medizinische Fachbücher, wissenschaftliche Publikationen (Auswahl Publikationen) und Expert-Reports für staatliche Gesundheitsbehörden, über 100 internationale Patentschriften (Patente), technische Entwicklungen.

Bücher: u.a. 'Allgemeine Pharmakologie, Einführung in die Arzneimitteltherapie' (mit K. Karzel, Universität Bonn), 'Wörterbuch der klinischen Pharmakologie, Wörterbuch der Arzneimitteltherapie' (Editor), 'Pharmacology and Clinical Use of Angiotensin-I-Converting-Enzyme Inhibitors' (Co-Editor mit Franz Gross, Universität Heidelberg).
Ein im Rahmen der Expert-Reports wesentliches Gutachten bezog sich auf den ersten oralen ACE-Hemmer (Captopril). Das hierauf erstmalig in einem grösseren Markt zugelassene neue Produkt (u.a. in den USA als Capoten®;) war einige Jahre weltweit das erfolgreichste Herz-Kreislauf-Mittel.
Weiterhin zahlreiche medizinische Informationsschriften für Patienten, u.a. interaktive Lexika im Internet bei Pytarg®.Veröffentlicht (u.a. im Internet) zu fachbezogenen Themen (u.a. "Allgemeine Pharmakologie (Kindle Edition)" (e-script), "A Theoretical Model of Biological Intelligence") und als Schriftsteller Essays und Bücher zu gesellschaftlichen Themen, oft mit Bezug zu biologischen oder informationstechnischen Aspekten (u.a. 'Gen Food und Gesundheit', 'Genomics - das Zukunftsrisiko', "Relative Intelligenz" (e-book)). Das letzte Werk ist ein satirischer Review über Evolutions-Aspekte ("Zum artgerechten Umgang mit Frauen") der biologischen Geschlechter. Während seiner Auszeiten befasst er sich u.a. mit Fotografie insbesondere künstlerischen Interpretationen von Landschaften und Impressionen.
Auswahl wissenschaftlicher Publikationen
R.K. Liedtke, K.O. Mosebach, An apparatus for density gradient forming and nonpuncturing fractionation, Analytical Biochemistry 62, 377 (1974) - R.K. Liedtke, I. Neukirchen, N. Lang, Nucleinsäure- und Elektrolytprofile im menschlichen Endometrium im Verlaufe des mensuellen Zyklus, Arch. Gynäkol. 220, 312 (1975) - R.K. Liedtke, Risikoverteilung beim kontrollierten Arzneimittelversuch, NJW 30, 2113 (1977) - R.K. Liedtke, Bestimmung des QRS-Winkels Alpha mittels eines mechanischen Vektorpeilers, Herz-Kreislauf 10, 202 (1978) - R. Götte, R.K. Liedtke, Zum antipyretischen Effekt von Paracetamol, Med. Klinik 73, 28 (1978) - R.K. Liedtke, W. Haase, Steady state pharmacokinetics of sulfamethoxazole and trimethoprim in man after rectal application, Arzneim. Forsch./Drug Res. 29, 345 (1979) - S. Ebel, R.K. Liedtke, B.M.Werner, M. Richter, P. Surmann, Quantitative Bestimmung von Nitrofurantoin im Blutserum, Arch. Pharm. 321, 697 (1979), - R.K. Liedtke, B. Berner, W. Haase, W. Nicolai, R. Staab, H.H. Wagener, Vergleichende Humanpharmakokinetik von Paracetamol nach oraler und rektaler Einmalapplikation, Arzneim. Forsch./ Drug Res. 29, 1607(1979) - R.K. Liedtke, S. Ebel, E. Glaser, B. Mißler, L. Stein, Pharmakokinetische Interaktion von Paracetamol und Salicylamid nach oraler Einmaldosierung, Therapiewoche 30, 3033 (1980) - R.K. Liedtke, Clinical pharmacological aspects of the treatment of hypertension with angiotensin-converting-enzyme-inhibitors, Int. J. Clin. Pharmacol. 18, 417 (1980) - S. Ebel, R.K. Liedtke, B. Mißler, Quantitative Bestimmung von Paracetamol im Blutserum durch HPLC mit Direktinjektion, Arch. Pharm. 313, 324 (1980) - R.K. Liedtke, L. Riedl, Comparative monitoring of biochemical parameters under treatment with captopril and other antihypertensive agents, Drug Devel. Eval. 4, 107(1980) - R.K. Liedtke, S. Ebel, B. Mißler, W. Haase, L. Stein, Single dose pharmacokinetics of macrocrystalline Nitrofurantoin formulations, Arzneim. Forsch./Drug Res. 30, 833(1980) - R.K. Liedtke, S. Ebel, B. Mißler, W. Haase, L. Stein, Humanpharmakokinetik von Paracetamol und Salicylamid nach kombinierter rektaler Mehrfachverabreichung, Arzneim. Forsch./Drug Res. 30, 1295(1980) - S. Ebel, R.K. Liedtke, B. Mißler, Bestimmung von Salicylamid im Blut über HPLC mit Direktinjektion, Arch. Pharm. 313, 674 (1980) - R.K. Liedtke, H. Busch, H. Andersen, W. Haase, Langzeitbehandlung essentieller Hypertoniker mit dem Angiotensin-I Converting-Enzym-Hemmer Captopril und dessen Kombination mit Hydrochlorothiazid, Therapiewoche 30, 6589(1980) - R.K. Liedtke, Klinische Pharmakologie des Angiotensin-l-Converting-Enzymhemmers Captopril, Therapiewoche 31, 5258 (1981) - R.K. Liedtke, Biopharmazeutische Beeinflussung der Pharmakokinetik von Arzneistoffen in: Naber, K., Adam, D.: Chemotherapeutika im Vergleich Drug Devel. Eval. Vol. 7, 119 (1981) – R.K. Liedtke, Paracetamol; Pharmakodynamik, klinische Toxikologie und Pharmakokinetik, Med. Klinik 77, 34 (1982) - C. Spiecker, W. Vetter, St. Hany, R.K. Liedtke, H. Vetter, Transdermale Betablocker: Wirkung auf 24-Stunden-Blutdruckprofile bei Hypertoniepatienten, Schweiz. Rundsch. Med. 76, 467(1987) - C. Spiecker, W. Vetter, R.K. Liedtke, W. Zidek, H. Vetter, Transdermal Betablocker Therapy in Essential Hypertensives, American Society of Hypertention (ASH), New York 1987 - R.K. Liedtke, Pharmakodynamische Effekte des transdermal applizierten Betablockers Mepindolol bei gesunden Probanden, Schweiz. Rundsch. Med. (PRAXIS) 76 854 (1987) - C. Spieker, H. Vetter, R.K. Liedtke, W. Zidek, W. Vetter, Transdermale Betablockade bei essentieller Hypertonie, Med.Welt, 46, 1(1987) - C. Spieker, H. Vetter, R.K. Liedtke, W. Zidek, W. Vetter, Transdermal ß-blocker therapy in essential hypertension, American J. Hypertension l (1995-200S) 1988 - K. Karzel, R.K. Liedtke, Mechanismen transcutaner Resorption: Pharmakologische und biochemische Aspekte, Arzneim. Forsch./Drug Res. 39(II), 1487(1989) - R.K. Liedtke, L. S. Chen, B. Mangold, W.Haase, Humanpharmakologische Untersuchungen zur transdermalen Anwendung von Mepindolol, Arzneim. Forsch./Drug Res. 39(II), 1501(1989) - J. Bonelli, F. Gazo, R.K. Liedtke, Antiischämische Wirkung des transdermal applizierten ß-Rezeptorenblockers Mepindolol bei Patienten mit stabiler Angina pectoris, Arzneim. Forsch./Drug Res. 39 (11), 1515, (1989) - J. Bonelli, F. Gazo, R.K. Liedtke, Antiischämische Wirkung des transdermal applizierten Beta-Rezeptorenblockers Mepindolol bei Patienten mit stabiler Angina pectoris. Vergleichsstudie mit transdermalem Nitrat, Arzneim. Forsch./Drug Res. 40(II), 876 (1990) - R.K. Liedtke, K. Suwelack, K. Karzel, Wirkung peroraler und transdermaler Insulin-Präparationen auf die Blutglukose bei Mäusen, Arzneim. Forsch. /Drug Res. 40(11), 880 (1990) - R.K. Liedtke, M. Sorger, F. Merk, H. Vetter, Transdermale Applikation von Insulin bei Typ II Diabetikern, Ergebnisse einer klinischen Pilotstudie, Arzneim. Forsch. /Drug Res. 40(II), 884 (1990) - K. Suwelack, R.K. Liedtke, K. Karzel, Untersuchungen zur Wirkung eines neuartigen transdermalen Insulin-Systems auf die Blutglukose Konzentration von Mäusen, Arch. Pharmaz. 323, 802(PD 92) (1990) - J. Bonelli, F. Gazo, P. Kirsch, R.K. Liedtke, Transdermal monotherapy with mepindolol BIO TSD in patients with stable angina pectoris, Placebo controlled cross over investigation of a new therapeutic concept with 12-hours overnight application, Int. J. Clin. Pharmacol. Toxicol 29, 425 (1991) - R.K. Liedtke, A Model for a central therapy of depressive mood and sexual distress with oxytocin, Conc. Med. Ther. (1999) - I.D. Neumann, R.K. Liedtke, M. Ludwig, R. Landgraf, Intranasally applied Oxytocin: Brain uptake and effects on neuronal functions and emotionality, Internat. Soc. PsychoNeuroEndocrinology, 31th Ann. Meetg. Melbourne (2000) - R.K. Liedtke, R. Landgraf, I.D. Neumann, Intranasally applied Oxytocin: A novel route of administration, 1st World Congress of Women's Mental Health, Berlin (2001) - R.K. Liedtke, Principles of a topical chemosensory receptor intervention; the basis for a chemosensory CNS medicine. Arzneim. Forsch./Drug Res. 52(9) 649 (2002) - R.K Liedtke, Pharmacological Concept for a Topical synergistic analgesia of peripheral neuromuscular pain, Arzneim. Forsch./Drug Res. 56(2) 108 (2006). R.K. Liedtke, A Model on the Induction of Adverse Vascular Long-Term Effects of NSAIDs, Medicinal Chemistry, 5(1) 23 (2009) - R.K. Liedtke, A General Theory on Pain as an Integrated Thermodynamic Mechanism, Med Hypotheses (2009);73(1):86-9, R.K. Liedtke, Neuropathic Pain - A model of a bioenergetically controlled excitability). PIC Res Comm 2010 - A new model on the mechanism of action of Aspirin: Ca2+ Efflux inhibitor/ PIC Res. Comm 1/2011
Textbooks
: K. Karzel, R.K. Liedtke, Allgemeine Pharmakologie, Einführung in die Grundlagen der Pharmakotherapie, G. Fischer, Stuttgart-New York, 1977 - R.K. Liedtke (Edit.) Wörterbuch der klinischen Pharmakologie für Mediziner und Pharmazeuten, G.Fischer, Stuttgart-New York, 1980 - F. Gross, R.K. Liedtke (Edits.) Pharmacology and clinical use of angiotensin-I-converting-enzyme-inhibitors, Drug Development and Evaluation Vol. 5, G. Fischer, Stuttgart-New York, 1980 - R. K. Liedtke, Allgemeine Pharmakologie in: D. Adam (Edit.) Handbuch für Pharmareferenten, Bd.1, S.283 ff, G. Fischer, Stuttgart - New York, 1980 - R.K. Liedtke (Edit.) Wörterbuch der Arzneimitteltherapie für Mediziner und Pharmazeuten, 2. erw. Aufl. G. Fischer, Stuttgart - New York, 1985 - K. Karzel, R.K. Liedtke, Einführung in die Arzneimitteltherapie, Allgemeine Pharmakologie für Mediziner und Pharmazeuten, 2. erweiterte Aufl. G. Fischer, Stuttgart - New York, 1985, Rainer K. Liedtke, Allgemeine Pharmakologie, Grundprinzipien der Therapie mit Arzneimitteln, E-book (2004) - Rainer K. Liedtke, Relative Intelligenz, Relativität der Intelligenz als biologisches Grundprinzip der Lebenstüchtigkeit, Internet E-book (Deutsche Fassung 2003 u. 2005) - Relative Intelligence, The relativity of intelligence as a basic principle of fitness for life. E-book (englische Fassung 2006). Allgemeine Pharmakologie, Prinzipien der Wirkung von Arzneimitteln, (Kindle Edition 2011) - Lexikon Arzneimittel - Wörterbuch für Patienten (Kindle Edition 2011) - Drugs - A Translator for Patients (Kindle US Edition 2011).
Auswahl einiger medizinischer Patentschriften
Die medizinischen, pharmazeutischen und technischen Patentschriften umfassen weit über 100 internationale Anmeldungen, überwiegend als Erstanmeldungen in Europa, USA, Japan. Beispielhaft sínd einige medizinische und pharmazeutische US Patente (PDF ) aufgeführt.
 
© 2012 Rainer K. Liedtke